Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hat eine Arzneimittelsicherheitsnachricht herausgegeben, in der sie impfende Ärzte daran erinnert, dass der Vierfach-Impfstoff Tetravac® nicht mehr nach dem fünften Lebensjahr angewendet werden soll.

Tetravac® ist eine Impfstoffkombination, die gegen Diphterie, Tetanus, Pertussis und Poliomyelitis immunisieren soll. Die Grundimmunisierung mit Tetravac® erfolgt in der Regel ab einem Alter von zwei Monaten: im Abstand von vier bis acht Wochen werden drei Impfdosen verabreicht und im zweiten Lebensjahr – etwa sechs bis zwölf Monate nach der Grundimmunisierung – wird noch einmal mit Tetravac® aufgefrischt. Dies ist auch möglich, wenn die Grundimmunisierung mit einem anderen Impfstoff als Tetravac® durchgeführt wurde.

Nach dem fünften Lebensjahr sollte der Vierfach-Impfstoff jedoch nicht mehr angewendet werden. Danach sollte eine Immunisierung nur noch mit einer reduzierten Konzentration an Diphterie- und Tetanus-Toxoid erfolgen. Zum Vergleich: Tetravac® enthält eine zehnfach höhere Konzentration an Diphterie- und eine doppelt so hohe Konzentration an Tetanus-Toxoid wie die für Erwachsene und Kinder ab drei bzw. vier Jahren zugelassenen Vierer-Kombinations-Impfstoffe Repevax® und Boostrix®.

Beim Zulassungsinhaber waren vermehrt Meldungen über unerwünschte Arzneimittelwirkungen eingegangen, bei denen Tetravac® bei Erwachsenen bzw. Kindern über fünf Jahren angewendet worden war. Der höher dosierte Impfstoff war angewendet worden, weil die Booster-Impfstoffe Repevax® und Boostrix® scheinbar nicht zur Verfügung gestanden hatten.

Quelle:
http://www.akdae.de/Service/Newsletter/Archiv/DSM/2014-12.html